Im Jahr 2000 gründete ich im Auftrag der Unternehmensgruppe Veolia Environnement
eine Stiftung, die seitdem in Berlin mehr als 180 gemeinnützige Initiativen unterstützt
hat. Gemeinnützige Vereine, GmbHs und Stiftungen sind im öffentlichen Bewusstsein kaum
präsent. Doch sie leisten eine Arbeit von unschätzbarem Wert für die Gesellschaft. Sie
sorgen dafür, dass Menschen mit Behinderung sinnerfüllte Beschäftigung, suchtmittelabhängige
Frauen ein geschütztes Umfeld, Jugendliche ohne Schulab- schluss eine Chance finden. Sie
sensibilisieren Kinder für die Natur, Migrantinnen für ihre neue Heimat und Nachbarn
fürein- ander. Sie arbeiten in den meisten Fällen hochprofessionell mit zum Teil schwierigen
Zielgruppen unter höchst instabilen finanziellen Rahmenbedingungen.
Am meisten beeindrucken mich die Menschen, die diese Projekte auf den Weg bringen. Diejenigen,
die mit wachen Augen ein
Problem in ihrer Umgebung wahrnehmen. Dafür steht das Herz im Buchtitel. Sie haben ganz besondere Sensoren für die Signale
aus der Gesellschaft entwickelt und beantworten sie auf ihre Weise, indem sie alle Sinne
nutzen, Kräfte bündeln, Energie fokussieren. Das ist der wichtige erste Schritt. Und
schließlich sind sie Macher, denn sie verändern etwas, gewinnen Mitstreiter, bringen
eine Idee voran. Einige dieser Menschen, die so oft im Hintergrund wirken, stellt dieses
Buch vor. Was motiviert sie, zu handeln statt nur zuzusehen? Woraus schöpfen sie ihre Kraft?
Woran messen sie Erfolg? Was wünschen sie sich? Vielleicht helfen uns ihre Erfahrungen und
Einsichten dabei, selbst mehr Mut zur Veränderung zu finden.
Sylke Freudenthal
März 2009